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SanssouciVorschlag II

■ Das Xenon zeigt italienische Filme

Hierzulande höchstens bekannt durch „Ultra“ oder „Gestohlene Kinder“ hat das Nuovo Cinema Italiano sich längst abgeseilt von den seichten Gesellschaftskomödien der achziger Jahre. Der Sputnik-Verleih hat zwei Regisseure eingeladen, die in der letzten Zeit in Cineastenkreisen Furore machten: Paolo Benvenuti stellt seinen Film „Confortorio“ vor, der eine Geschichte nacherzählt, die sich 1736 in Rom ereignet hat und aus den Archiven des Vatikan rekonstruiert wurde: Zwei jüdische Diebe sollen hingerichtet werden, aber da sie nach katholischer Lesart längst in der Hölle schmoren, muß man sie erst bekehren...

Ein für das Nuovo Cinema Italiano ungewöhnliches Genre wird Enrico Caria vorstellen: „L' Incredibile e triste storia del cinico Rudy Caino“, ein Science-fiction, angesiedelt im Europa des Jahres 2057 nach dem großen Krieg: Nur Neapel wurde verschont, weil die innere Umweltverschmutzung es schützte. Die post-atomare Stadt ist in „Realbezirk“ und „Rechtsbezirk“ aufgeteilt, die Bürger gegen die Kriminellen, Bandenkriege: „Blade Runner“ meets „Porto Aperta“.

Wer „Ultra“ noch nicht gesehen hat, sollte es jetzt nachholen: Unter den neo-neorealen Filmen über Jugendliche am Rande der Straffälligkeit ist dieser vielleicht der komprimierteste und lebendigste. Fußballfanatiker von „Brigata Venelo“ treffen auf die Boys von „Drugli“, einer bleibt auf der Strecke, der jugendliche Held mit dem schönen und vorausweisenden Namen Principe bleibt bei ihm sitzen wie versteinert...

Sehr nah am düsteren Weltbild des Neorealismus ist Valerio Andrei's „Il Dono dei Magi“ – ein Weihnachtsfest armer Leute, aber mit einer Überraschung wie bei Kästner im „Fliegenden Klassenzimmer“. mn

Nuovo Cinema Italiano vom 10. bis 16.12. um 20.45 Uhr im Xenon, Kolonnenstraße 5, 1000 Berlin 62, Telefon: 7828850

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