: Sambische Vergewaltigerinnen?
Lusaka (IPS) – In Sambias Gesetzbüchern ist Vergewaltigung bislang ein Delikt, daß ausschließlich von Männern begangen wird. Damit soll nach dem Willen des „Christlichen Vereins junger Frauen“ (YWCA) jetzt Schluß sein. Sie fordern, daß in Zukunft auch Frauen wegen Mißbrauchs angeklagt und bestraft werden. Besonderer Dorn im Auge ist dem christlichen Verband, daß es bislang keine Möglichkeit gibt, lesbische Frauen vor den Kadi zu stellen: „In Sambia riskiert jeder Mann, der sich homosexuell gebärdet, Gefängnis. Lesbierinnen kommen ungeschoren davon. Strafen erwarten jedes männliche Wesen, daß sich in Frauenkleidern zeigt, während nichts passiert, wenn Frauen in Männerkleidung einherspazieren.“ Denis Chirwa, Richter am Obersten Gerichtshof, glaubt jedoch nicht, daß die Forderung erfüllt wird: „Eine Erektion ist normalerweise ein ausreichender Beweis dafür, daß ein Mann aus freien Stücken Verkehr hat.“ Er geht zudem davon aus, daß es sich als überaus schwierig erweisen würde, eine Vergewaltigung nachzuweisen, wenn sich der Samen in die Vagina der Frau ergossen hat. „Bevor ein sambischer Richter eine Frau wegen Vergewaltigung ins Gefängnis schickt“, sagte er, „muß erst die Hölle zufrieren.“
Nur noch 430 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 430 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen