: Sambische Vergewaltigerinnen?
Lusaka (IPS) – In Sambias Gesetzbüchern ist Vergewaltigung bislang ein Delikt, daß ausschließlich von Männern begangen wird. Damit soll nach dem Willen des „Christlichen Vereins junger Frauen“ (YWCA) jetzt Schluß sein. Sie fordern, daß in Zukunft auch Frauen wegen Mißbrauchs angeklagt und bestraft werden. Besonderer Dorn im Auge ist dem christlichen Verband, daß es bislang keine Möglichkeit gibt, lesbische Frauen vor den Kadi zu stellen: „In Sambia riskiert jeder Mann, der sich homosexuell gebärdet, Gefängnis. Lesbierinnen kommen ungeschoren davon. Strafen erwarten jedes männliche Wesen, daß sich in Frauenkleidern zeigt, während nichts passiert, wenn Frauen in Männerkleidung einherspazieren.“ Denis Chirwa, Richter am Obersten Gerichtshof, glaubt jedoch nicht, daß die Forderung erfüllt wird: „Eine Erektion ist normalerweise ein ausreichender Beweis dafür, daß ein Mann aus freien Stücken Verkehr hat.“ Er geht zudem davon aus, daß es sich als überaus schwierig erweisen würde, eine Vergewaltigung nachzuweisen, wenn sich der Samen in die Vagina der Frau ergossen hat. „Bevor ein sambischer Richter eine Frau wegen Vergewaltigung ins Gefängnis schickt“, sagte er, „muß erst die Hölle zufrieren.“
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen