: Säcke in Bierlachen
Internationale Redensart soll ersetzt werden
Bei der Herbsttagung der Internationalen Gesellschaft für Redewendungen (IGR) mit Sitz in Zürich wurde jetzt offiziell der Antrag gestellt, die Redensart „In China ist ein Sack Reis umgefallen“ aus dem Verwendungskatalog zu streichen und zu ersetzen. Die Floskel steht im allgemeinen Sprachgebrauch dafür, dass ein Ereignis völlig unbedeutend, irrelevant oder langweilig ist. Sie sei jedoch, wie es in der Begründung der Antragsteller heißt, strukturell rassistisch, weil Chinesen ausschließlich als Reisesser identifiziert werden. Das entspreche Klischees und Stereotypen, die nicht mehr zeitgemäß seien. Überdies seien Klischees und Stereotypen im Zusammenhang mit China immer rassistisch, erklären die Antragsteller aus China. Stattdessen schlagen sie vor, eine neue Redensart zu installieren: „In Tschechien ist ein Kopf in eine Bierlache gefallen.“ Der in Tschechien alltägliche Vorgang beschreibe Bedeutungslosigkeit und Irrelevanz sehr viel prägnanter. Überhaupt sei Tschechien eines der langweiligsten Länder der Welt. Diese Erkenntnis beruhe auf der strukturell unverfälschten Wahrheit. Noch ist unklar, wie die Unesco-Unterorganisation IGR in dem Fall entscheidet. Zuvor müssten noch „ein paar Säcke Reis in eine Bierlache fallen“, verlautete aus der Züricher Zentrale.
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