Saar-Linke: Der Mann hinter Lafontaine

Er war 42 Jahre in der SPD - jetzt ist Rolf Linsler eine der Schlüsselfiguren der Linken im Saarland. Falls Lafontaine nach Berlin geht, könnte er seine Nachfolge antreten.

Rolf Linsler bei einem Wahlkampfauftritt mit Oskar Lafontaine (v.). Bild: dpa

FRANKFURT/MAIN taz | Der Mann fällt auf: Mächtige 1,86 Meter Größe, dazu eine kräftige Figur und einen "Schnorres", den Schnurrbart, im Gesicht. Rolf Linsler, der Landesparteichef der Linken könnte bald der starke Mann bei der Linken an der Saar werden.

Es ist eine späte Karriere. Erst vor zwei Jahren war der heute 67 Jahre Politiker von der SPD zu Linken gewechselt, "wegen der verdammten Agenda 2010 und allem was damit zusammenhängt". In der Linken hat er schnell Karriere gemacht. Heute ist der ehemalige Ver.di-Landesvorsitze auch für den Fraktionsvorsitz im Landtag nominiert.

Und falls die Linke nach der Landtagswahl am 30. August an der Regierung beteiligt ist, dürfte Linsler als Minister gesetzt sein. Denn Spitzenkandidat Oskar Lafontontaine wird sich spätestens nach der Bundestagswahl im September wieder nach Berlin verabschiedet haben - das vermuten Beobacher in Saarbrücken.

Also kommt es auf Linsler an. Wer den in der Gemeinde Gersweiler geborenen Mann näher kennt, schätzt seine klaren Aussagen. Politikerfloskeln sind nicht seine Sache, die freundliche Ansprache hingegen ist dem ausgebildeten Feinmechaniker sehr wichtig.

"Wegen Willy Brandt und seiner Politik der sozialen Gerechtigkeit" trat er 1965 in die SPD ein. Der Austritt 2007 nach 42 Jahren sei deshalb ein "sehr schmerzhafter Prozess" gewesen, erzählt er. Die Linke hat ihn dann mit Kusshand genommen. Einer, der 20 Jahre lang Gewerkschaftsboss an der Saar war, kam Lafontaine als Integrationsfigur gerade recht. Jetzt soll der Pensionär Linsler auch im Landtag eine Führungsrolle übernehmen und die Partei nach dem Abgang von Lafontaine in einem Kabinett unter einem SPD-Ministerpräsidenten Heiko Maas repräsentieren.

Dabei wollte er doch eigentlich mit seiner Frau, mit der er 46 Jahre verheiratet ist, den Ruhestand genießen. Wenigstens den Segen seiner Frau für die späte Politerkarriere hat er jetzt. "Es macht Dir doch Spaß, also mach es", habe sie gesagt, aber auch, dass er dabei auf seine Gesundheit achten solle. Immerhin: Jetzt joggt Linsler täglich, wenn es die Gesundheit zulässt. Sportlich gewappnet ist er also für den Wahlkampf im Saarland. Vielleicht auch für höhere Aufgaben, nach der Wahl. Wenn Lafontaine wieder in Berlin ist.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben