: SPD-Länder sollen Gesetz verhindern
Hamburg (taz) - Der Hamburger Datenbeauftragte Claus Henning Schapper hat den Hamburger Justizsenator gebeten, der Senat möge sich mit den anderen SPD-Landesregierungen zusammenschließen, um die vom Bundesrat bereits bewilligte, aber „bislang von der Öffentlichkeit praktisch nicht wahrgenommene“ Änderung des Versammlungsgesetzes zu verhindern. Die zweite und dritte Lesung des Gesetzesentwurfs, der im Zusammenhang mit Vermummungsverbot und Kronzeugenregelung durch die Koalitionsfraktionen eingebracht worden war, soll am 21.April den Bundestag passieren.
Das Vorhaben ist nach Meinung des Datenschützers verfassungswidrig. Zukünftig soll die Polizei nämlich nicht erst bei Gewalttätigkeiten, sondern schon dann Bild- und Tonaufzeichnungen bei Demonstrationen anfertigen dürfen, wenn „erhebliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit“ drohen. Darüber hinaus, so Schapper, „will der Entwurf es der Polizei offenbar ermöglichen, in Räumen, in denen nichtöffentliche Vorbereitungstreffen stattfinden, Wanzen anzubringen“.
Diese Aufzeichnungen dürfe die Polizei künftig bereits zur Gefahrenvorsorge im weitesten Sinne auswerten. Das bedeute, „daß die Polizei Lichtbildkarteien oder Bilddatenbanken und Tonbandprotokolle über alle Personen vorhalten darf, von denen sie annimmt, daß sie an einer späteren, möglicherweise unfriedlichen Demonstration teilnehmen“.
usche
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen