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SPD-Fraktion wählt Dienstag neuen Chef

Bonn (afp/taz) — Der scheidende SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Jochen Vogel will sich weder öffentlich noch in der Fraktion dazu äußern, wen er am liebsten als seinen Nachfolger an der Spitze der Bundestagsfraktion sähe. Seiner Überzeugung nach sei jeder der drei bisherigen Kandidaten dem designierten CDU/ CSU-Fraktionschef, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, gewachsen, sagte Vogel gestern vor Journalisten in Bonn. Bisher haben die beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Herta Däubler- Gmelin und Rudolf Dreßler sowie der SPD-Schatzmeister Hans-Ulrich Klose offiziell ihre Kandidatur angemeldet. Noch-Fraktionschef Vogel hält es für möglich, daß sich noch weitere Kandidaten melden. Die Wahrscheinlichkeit liege aber „unter 50 Prozent“. Der künftige Fraktionschef müsse vor allem „dem Bundeskanzler Paroli bieten“, sagte Vogel. Außerdem müsse er Ansprechpartner für alle Mitglieder der Fraktion sein und selber Positionen entwickeln. Die Bewerbungsfrist für die Kandidaten läuft bis Donnerstag abend. Am Dienstag nächster Woche will die SPD-Fraktion dann über ihren Vorsitz entscheiden. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Penner rechnet damit, daß zwei Wahlgänge erforderlich sein werden. In einem Interview mit der Kölner Zeitung 'Expreß‘ sagte Penner, die SPD habe mit Hans-Ulrich Klose, Herta Däubler- Gmelin und Dreßler drei Bewerber, „die jeder für sich ein hervorragendes, differenziertes Angebot darstellen“. Hinter wem die Fraktion stehe, sei aber noch „völlig offen“.

Herta Däubler-Gmelin for SPD- Fraktionsvorsitzende, fordert die Chefin der sozialdemokratischen Frauen und SPD-Präsidiumsmitglied Inge Wettig-Danielmeier. Sie stehe als engagierte Politikerin auch für die Offenheit der SPD zu Gruppen, Verbänden und neuen Bewegungen. Und: „Sie spricht die inzwischen wichtigste und treueste Wählerschaft der SPD, die Frauen, an“, so Wettig-Danielmeier. „Unsere Gleichstellungspolitik würde durch die Wahl von Däubler-Gmelin zur Fraktionsvorsitzenden erheblich an Gewicht gewinnen.“

Wenig hält die Frauenpolitikerin von der Kandidatur Hans-Ulrich Kloses. Sie bringe „keine Botschaft“, sondern verkörpere „eher Unentschiedenheit“.

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