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Rumänien vor Nationalismus gewarnt

Bonn (dpa) - Der rumänische Geistliche Laszlo Tökes sieht in seinem Land einen neuen panrumänischen Nationalismus heraufziehen, mit dem bereits das Regime des ehemaligen Diktators Nicolae Ceausescu operiert hat. Tökes, dessen drohende Abschiebung Mitte Dezember vergangenen Jahres den Beginn des Aufstandes gegen das Ceausescu-Regime markierte, sagte der Bonner Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochsausgabe), der „rechte Flügel“ in Rumänien habe einen Sieg über die Revolution davon getragen, dessen deutlichstes Zeichen eben jener Nastionalismus sei. Damit befinde sich sein Land zumindest streckenweise wieder auf dem Weg in die Restauration.

Tökes kritisierte weiter, nahezu der gesamte Apparat des alten Regimes sei immer noch im politischen und privaten Leben präsent. Diese Leute würden sich nun etwa in der „Vatra Romaneasca“ („Rumänische Heimstatt“) reorganisieren, die nach den Worten des evangelischen Geistlichen nur dem Namen nach eine kulturelle Vereinigung ist, in Wirklichkeit aber als „nationalistische, chauvinistische, panrumänische Bewegung“ eindeutig politische Ziele verfolgt. Die Bewegung strebe nach der Macht, um die ungarische Minderheit unterdrücken oder gar aus dem Land jagen zu können, sagte Tökes, der selbst ungarischer Abstammung ist.

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