Rücktrittsforderungen in Albanien

Tausende sind gegen die Regierung

Am 18. Juni wird ein neues Parlament gewählt. Trotzdem demonstrierte eine Menschenmenge für eine vorgezogene Wahl und den Rücktritt des Ministerpräsidenten.

Im Hintergrund eine übergroße rote Flagge mit einem schwarzen Adler, im Vordergrund ein Mann vor einem Rednerpult inmitten einer Menschenmenge

Lulzim Basha, Albaniens Oppostionsführer, beim Protest gegen Ministerpräsident Edi Rama Foto: reuters

TIRANA AFP | In der albanischen Hauptstadt Tirana haben am Samstag tausende Demonstranten den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama und vorgezogene Wahlen gefordert. Lulzim Basha von der im Mitte-links-Lager angesiedelten Demokratischen Partei warf dem sozialistischen Regierungschef vor, Armut und Korruption verstärkt zu haben. „Ramas Regierung muss gehen, die Zeit ist gekommen, um die zu stürzen“, rief er den Demonstranten zu. In dem südosteuropäischen Land steht regulär am 18. Juni eine Parlamentswahl an.

Rama habe Albanien in Armut und Korruption versinken lassen und „in eine Sackgasse“ geführt, sagte Basha. Er habe damit viele Bürger zum Verlassen des Landes gezwungen.

Die Demonstration verlief weitgehend friedlich, einige Demonstranten warfen jedoch Rauchbomben. Eine Gruppe baute ein riesiges Zelt auf, in dem nach ihren Angaben bis zu tausend Menschen Platz haben. Sie kündigten an, auf dem Platz zu campieren, bis ihre Forderungen erfüllt seien.

Das zu Zeiten des Kommunismus streng abgeschottene Albanien ist ein EU-Beitrittskandidat und hofft auf den Beginn von Beitrittsverhandlungen Ende dieses Jahres. Im vergangenen Jahr verabschiedete das Parlament eine von Brüssel verlangte Justizreform, um verstärkt gegen Korruption und organisierte Kriminalität vorzugehen.

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