piwik no script img

Ruandas Bürgerkrieg greift auf Burundi über

■ Tansania will in Ruanda vermitteln

Bujumbura/Kigali (AFP) – Der Bürgerkrieg in Ruanda droht auf das Nachbarland Burundi überzugreifen. Die Regierung Burundis erklärte gestern, in den vergangenen Tagen sei es in mehreren Stadtteilen der Hauptstadt Bujumbura zu Kämpfen zwischen der Hutu-Bevölkerung und Milizen des ehemaligen Herrschaftsvolkes der Tutsi gekommen. Genauere Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden in Kemangee zwei Gendarme durch Schüsse verletzt. In dem Stadtteil Kimana hätten die Menschen Brücken eingerissen, um den Einmarsch von Ordnungskräften zu verhindern. Ende März waren bei Unruhen in Bujumbura mehrere hundert Menschen getötet worden. Die Regierung ergriff nach eigenen Angaben „Maßnahmen, um die Menschen zum Niederlegen der Waffen zu bewegen“. Sie forderte Beobachter der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) auf, sich in die Unruhegebiete zu begeben.

Unterdessen verschärften sich die Gefechte zwischen der Patriotischen Front Ruandas (FPR) und Regierungstruppen in der ruandischen Hauptstadt Kigali. Dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zufolge flohen mehrere hunderttausend Menschen aus Kigali und der Umgebung, während sich der Bürgerkrieg auf das gesamte ostafrikanische Land ausweitete. Rund 300.000 Menschen seien in Richtung Tansania, 100.000 in Richtung Burundi geflohen. Ruanda hat gut sieben Millionen Einwohner. Nach IKRK-Angaben griffen ruandische Regierungssoldaten gestern das Nationalstadion an, wo unter Aufsicht der UNO etwa 8.500 Flüchtlinge untergebracht sind. Die Soldaten hätten Granaten auf das Stadion abgefeuert und dabei etwa 20 Menschen getötet, sagte der Leiter des UNO-Einsatzes in Ruanda, Abdul Kabia. Die Regierung in Tansania lud die beiden Bürgerkriegsseiten für das Wochenende zu Waffenstillstandsverhandlungen ein.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen