: Riesenhubers Mondfahrt
■ Weltraumprogramm dominiert Forschungsetat/ Drängen auf Transrapid
Bonn (dpa) — Forschungsminister Riesenhuber muß 1991 angesichts der schwierigen Haushaltssituation mit einem Etat von 8,4 Milliarden Mark und einem Zuwachs von 6,8Prozent gegenüber 1990 auskommen. Der Umbau der Forschungslandschaft in der Ex-DDR wird ein Schwerpunkt. Dickster Brocken bei den Förderschwerpunkten ist die Weltraumforschung, deren Ausgaben um mehr als neun Prozent auf 1,559 Milliarden Mark ansteigen sollen. Die SPD kritisierte diese „wachsende Weltraumlastigkeit“.
Einschließlich der aus einem anderen „Topf“ finanzierten 450 Millionen Mark für die Institute der früheren DDR-Akademie der Wissenschaften soll in diesem Jahr in die ostdeutsche Forschung über eine Milliarde Mark gesteckt werden.
Die Vorsorgeforschung, zu der auch der Umweltbereich gehört, soll um 11,3 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Mark wachsen. Bei der Umwelttechnik geht es vor allem um Projekte zur modellhaften Sanierung industrieller Altlasten und Abwasser-Kanalsysteme.
Ungewiß ist weiterhin die Zukunft der Magnetschwebebahn Transrapid, für die derzeit nach der Koalitionsvereinbarung eine Trasse in der früheren DDR zum ersten praktischen Großeinsatz gesucht wird. Solange eine solche Trasse nicht da sei, sei das Engagement der Wirtschaft überaus gering, meinte der Minister. Nach wie vor steht jedoch auch der Kabinettsbeschluß von 1989, die Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf mit einem Transrapid- Zug zu verbinden.
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