taz🐾sachen: Richtige Politik: Gibt’s das denn?
An einem kalten Herbsttag trat eine junge Frau in eine Kneipe in Berlin-Mitte, in einem perfekten Oxford-Englisch mit Minnesota-Einschlag in ihr Telefon sprechend. Das war Clara Mayer, die Berliner Fridays-for-Future-Aktivistin, die 2019 in einer ziemlich berühmt gewordenen Rede vor den VW-Aktionären gesagt hatte: „Was Sie machen, ist nicht genug.“ Mayer, 18, hat in diesem Jahr Abitur gemacht, arbeitet jetzt auf einer Intensivstation und ist überhaupt eine ziemlich beeindruckende Frau.
Im taz-FUTURZWEI-Gespräch der neuen Ausgabe „Richtige Politik“ spricht sie über das Jahr von Fridays for Future und ihre Erfolge bei der Akzeptanz von Klimapolitik: „Wir haben die Gesellschaft aufgerüttelt“, sagt sie, „und gleichzeitig bin ich in einer sehr großen Blase.“ Da will sie jetzt raus. Dazu passt, dass in der Ausgabe, die am Dienstag erscheint, die CDU-Politiker Diana Kinnert, 28, und Klaus Töpfer, 81, über die Frage nachdenken, wie man Konservative für Klimapolitik gewinnt. Der Soziologe Armin Nassehi spricht über das Zeitproblem der Klimakrise. Die FFF-Aktivistin Carla Reemtsma beantwortet die Frage, warum Weltretter keinen Humor haben. Politologe Martin Unfried fragt, was jetzt kommen muss: Widerstand oder Law and Order?
Und dann ist da noch eine ganz andere Geschichte. Was kommt nach #MeToo? Wir rollen den Fall des Fernsehredakteurs Gebhard Henke auf, der des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde, im juristischen Sinne unschuldig ist – und beruflich und sozial erledigt. Gut so? Oder schlecht so? Mehr auf tazfuturzwei.de.
Peter Unfried
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