: Richter ermordet
■ Wieder Putschgerüchte in Guatemala
Guatemala-Stadt (AFP) – Der Präsident des guatemaltekischen Verfassungsgerichtshofs, Eduardo Epaminondas González, ist in der Nacht zum Samstag bei einem Anschlag getötet worden. Unbekannte in einem Fahrzeug ohne Nummernschild zwangen den Wagen des Richters im Zentrum von Guatemala-Stadt zum Anhalten und feuerten dann aus automatischen Waffen, berichtete die Ehefrau Wendy González.
Hinter dem Attentat vermuten Beobachter rechtsextreme Todesschwadrone. Als Auftraggeber kommen auch die rechten Hardliner des Militärs in Frage, die aus wesentlichen Funktionen abgesetzt worden waren und an einer Destabilisierung Interesse haben könnten. Der Mordanschlag löste in Guatemala Empörung und Befürchtungen eines möglicherweise bevorstehenden neuen Staatsstreiches aus. Der guatemaltekische Präsident Ramiro de León Carpio sprach von einem „Anschlag auf den Demokratisierungsprozeß“. Die Armeepräsenz in der Hauptstadt wurde deutlich verstärkt.
González hatte im Mai vergangenen Jahres während des „Staatsstreiches von oben“ des damaligen Präsidenten Jorge Serrano eine wichtige Rolle gespielt. Er hatte die von Serrano verfügte Auflösung des Parlaments und Schließung der Gerichte für illegal erklärt und damit den Weg zur Absetzung des Präsidenten und Ernennung des früheren Menschenrechtsbeauftragten de León zum neuen Staatschef geebnet.
Nur noch 460 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen