piwik no script img

Reden statt prügeln

Ab heute wirbt die Bundesregierung mit Fernsehspots und Plakaten für gewaltfreien Umgang mit Kindern

BERLIN taz ■ Künftig ist es im Gesetzbuch nachzulesen: Kinder haben ein Recht darauf, ohne Prügel und Ohrfeigen aufzuwachsen.

Ab heute will Bundesjugendministerin Christine Bergmann (SPD) mit Anzeigen, Plakaten und einem TV-Spot Eltern überzeugen, mit Worten statt mit Fäusten zu erziehen. Denn in Deutschland werden 150.000 Kinder geschlagen. 80 Prozent aller Kinder berichten in Umfragen, dass ihren Eltern schon mal die Hand ausrutsche. 30 Prozent werden verprügelt. Dagegen soll das neue Gesetz zumindest moralisch angehen.

Eine Ohrfeige ist jedoch auch weiterhin nicht strafbar. Die Regierung kann nur hoffen, mit viel Überzeugungsarbeit gewaltbereite Eltern zum Umdenken zu bringen. 4,5 Millionen Mark ist ihr das wert. Denn die seelischen Wunden bleiben, wenn Striemen und Blutergüsse längst verheilt sind: „Jede Ohrfeige dauert nur ein paar Sekunden. Der Schmerz darüber ein Leben lang“, mahnt der Fernsehspot. COS

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen