: Reaktion auf Grass-Austritt
Berlin (dpa) - Große Bestürzung beim Präsidenten Giselher Klebe und dem Direktor der Literaturabteilung, Peter Härtling, hat am Freitag die Ankündigung des Schriftstellers Günter Grass ausgelöst, die Berliner Akademie der Künste zu verlassen. Grass protestierte mit seinem Schritt dagegen, daß die Akademie sich und ihre Räume nicht für eine Solidaritätsveranstaltung für den von Morddrohungen verfolgten Schriftsteller Salman Rushdie zur Verfügung stellte, die daraufhin am Donnerstag abend in den Sälen einer Brauerei stattfand.
Grass hatte in einem Brief an Härtling seinen Austritt unter anderem mit dem Vorwurf begründet, daß die Akademie dem „terroristischen Druck“ nachgegeben und sich „der Verpflichtungen der Vergangenheit“ entledigt habe. Präsident Klebe erklärte in einem Telegramm an Grass, seine Entscheidung, in der Akademie keine öffentliche Veranstaltung für Rushdie durchzuführen, sei von ihm als Hausherrn zum Schutz des Publikums und der Mitarbeiter gefaßt worden.
Härtling schrieb an Grass: „Es ging nur darum, Gäste der Akademie vor möglichem Schaden zu bewahren.“ Diese Entscheidung werde „aber immerhin von Menschen vertreten, die wie Du, den Mordaufruf des Ayatollah Khomeini öffentlich verurteilen, die mit Dir zusammen als 'Herausgeber‘ des Buches fungieren werden.“
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