piwik no script img

Rassistische Polizeigewalt in den USAStadt entschädigt Familie von Gray

Baltimore schließt einen Millionenvergleich mit der Familie von Freddie Gray. Das Strafverfahren gegen sechs Beamte ist davon unabhängig.

afp | Wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners Freddie Gray in Polizeigewahrsam steht der US-Ostküstenstadt Baltimore eine Entschädigungszahlung in Millionenhöhe bevor. Wie das Stadtratsmitglied Eric Costello am Dienstag mitteilte, einigte sich Baltimore mit Grays Familie grundsätzlich auf die Zahlung von 6,4 Millionen Dollar (5,7 Millionen Euro). Der Stadtrat werde am Mittwoch über die Bewilligung der Summe abstimmen.

Der 25-jährige Schwarze Freddie Gray hatte bei seiner Festnahme am 12. April so schwere Rückenmarksverletzungen erlitten, dass er ins Koma fiel und eine Woche später starb. Die Beamten sollen den an Händen und Füßen gefesselten Afroamerikaner im Polizeitransporter bäuchlings auf den Boden des Fahrzeugs gelegt und nicht angeschnallt haben.

Ende Mai wurden sechs Polizeibeamte angeklagt, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Totschlags. Die Beamten plädieren auf nicht schuldig. Bei einer ersten Anhörung Anfang September scheiterten ihre Anwälte mit dem Antrag, die Vorwürfe fallenzulassen.

Der mit Grays Angehörigen geschlossene Vergleich fälle kein Urteil über die Schuld oder Unschuld der angeklagten Polizisten, machte Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake deutlich. Die Einigung mit der Familie sei „im besten Interesse der Stadt“, um einen noch kostspieligeren Zivilprozess zu vermeiden.

Grays Tod wurde von vielen als neuer Fall von tödlicher Polizeigewalt gegen unbewaffnete Schwarze in den USA verurteilt. Der Fall löste in Baltimore gewalttätige Proteste aus. Autos und Gebäude gingen in Flammen auf, Geschäfte wurden geplündert. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Zwischenzeitlich galt in Baltimore eine nächtliche Ausgangssperre und die Nationalgarde wurde in die Stadt geschickt.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

0 Kommentare