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RWE funkt französisch

■ Strategische Telekom-Allianz mit der Compagnie Générale des Eaux geplant

Essen/Berlin (rtr/taz) – Auskunft gibt die „Telliance AG“, die neu gegründete Tochtergesellschaft, in der der RWE-Konzern seine heute noch etwas unübersichtlichen Aktivitäten im Telekommunikationsmarkt zusammenfaßt. Der große Sprung steht bevor. Was in Paris mit der Compagnie Générale des Eaux (CGE) besprochen wird, will die Sprecherin nicht sagen. Es ist aber leicht zu erraten. Die beiden Konzerne verfügen mit ihren Energiesparten schon jetzt über Datennetze. Sie möchten sie nutzen und ihren jeweiligen nationalen Telefon-Monopolisten heftig Konkurrenz machen.

Eine strategische Allianz mit den Deutschen, sagte gestern eine Sprecherin der CGE, sei in der Tat geplant. Der Aktienkurs des Mischkonzerns stieg am selben Tag um 16 Francs. Gewinne schreibt die CGE vor allem in den Sparten Energie und Wasserversorgung. Das Immobilien- und Baugeschäft, zu 28 Prozent am Gesamtumsatz beteiligt, ist eher flau. Mit ihren 3,4 Prozent des Umsatzes ist die Kommunikationsabteilung mit Mobilfunk und einem Kabelfernsehnetz heute noch ein Zwerg im Verband des Konzerns.

Auch die CGE steht im Wartestand vor dem nach Beschluß der EU für 1998 terminierten Fall der Netzmonopole, denen die ehemals staatlichen Telefongesellschaften Deutschlands und Frankreichs ihre Vormachtstellung verdanken. Anfang des Jahres haben RWE und CGE bereits ein Joint-venture mit der „Unisource“ abgeschlossen, an der schweizerische, schwedische, niederländische und auch die AT&T-Telefongesellschaften beteiligt sind.

Die CGE alleine hat außerdem schon Kooperationsabkommen mit der US-Gesellschaft Southwestern Bell und der britischen Vodaphone abgeschlossen.

Vor diesem globalen Hintergrund nimmt sich der erste Schritt der neuen deutsch-französischen Kooperation eher bescheiden aus. Die RWE übernehmen 42 Prozent der bislang von der CGE gehaltenen Aktien an der Dekraphone GmbH in Neu Isenburg, die Mobilfunkdienste der bereits existierenden Netze der Telekom, von Mannesmann und der Veba vermarktet. Im selben Vorläufergeschäft ist auch schon die Talkline GmbH der RWE tätig, die weitere 28 Prozent an der Dekra und 30 Prozent an der Rheinelektra AG übernehmen will. Nach diesen Einkäufen würde die RWE das Marktsegment der Service-Vermarkter schon mal vollständig beherrschen. Das Kartellamt müsse allerdings noch zustimmen, gibt man auch in Essen zu.

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