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Pyrenäen-Wald stirbt im „sauren Regen“

■ Werte wie im schwer geschädigten Schwarzwald / Verursacher sind nahegelegene Industriebetriebe

Toulouse (afp) - Das Pyrenäen-Massiv ist wie andere Regionen Europas vom „sauren Regen“ schwer betroffen. Die Niederschläge in dem Hochgebirge zwischen Biscaya und Mittelmeer weisen einen pH-Wert von 4,4 auf, der mit dem Schwarzwald und den Vogesen vergleichbar ist, die besonders stark geschädigt sind. Das hat das Zentrum zur Erforschung der Atmosphäre in Lannemezan ermittelt. Die Industrien nordwestlich von Pau mit Erdöl- und Erdgaslagern sowie der Petrochemie und das spanische Baskenland sind zu 90 Prozent für die Säurebelastung vor allem der Tannenwälder verantwortlich. Der restliche Teil geht auf das Konto des Wärmekraftwerks Teruel d'Andorra in Aragonien.

Das Labor für Botanik und Biogeographie der Universität Toulouse hat im Rahmen des Programms über die Bedrohung der Wälder durch Luftverschmutzung (DEFORPA) festgestellt, daß 8,7 Prozent der Nadelhölzer und zwölf Prozent des Buschwalds im gesamten Gebiet der Pyrenäen vom Waldsterben erfaßt sind, was den in den Vogesen beobachteten Zerstörungen entspricht. Zum Vergleich erreicht dieser Anteil unter Einschluß sämtlicher Baumarten durchschnittlich 17,3 Prozent in der Bundesrepublik, 22 Prozent in Großbritannien und 5,6 Prozent in Schweden.