: Prozess in Simbabwe
Verfahren gegen Oppositionschef Tsvangirai für „Aufruf zum Umsturz“ kommt vor das Oberste Gericht
HARARE afp/taz ■ Der Prozess gegen Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai wegen Aufrufs zum gewaltsamen Umsturz ist gestern am ersten Prozesstag vom Hohen Gericht der Hauptstadt Harare an das Oberste Gericht des Landes verwiesen worden. Richter Moses Chinhengo folgte damit einem Antrag der Verteidigung. Diese hatte zum Prozessauftakt vorgetragen, Simbabwes Antiterrorgesetze, die noch aus der britischen Kolonialzeit im ehemaligen Rhodesien stammen und unter denen die Anklage gegen Tsvangirai formuliert ist, widersprächen dem Verfassungsrecht auf freie Meinungsäußerung, und daher müsse das Oberste Gericht prüfen, ob die Anklage überhaupt rechtmäßig sei. Der Richter sagte, er sei „verpflichtet“, diesem Antrag stattzugeben, da er „weder oberflächlich noch störend“ sei.
Im Falle einer Verurteilung droht Tsvangirai lebenslange Haft. Er hatte im September 2000 auf einer öffentlichen Versammlung gesagt, Simbabwes Präsident Robert Mugabe werde mit Gewalt gestürzt werden, falls er nicht freiwillig zurücktrete.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen