Gegen sexuelle Gewalt: Provokante Plakate
Foto: Stefan Groenveld
Die Idee für die Plakatserie ist ihnen nicht erst nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht auf St. Pauli gekommen – denn sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist Alltag. Das erfahren die Fachberaterinnen des „Notrufs für vergewaltigte Frauen und Mädchen“ täglich in ihrer Arbeit. Darauf aufmerksam machen wollen sie nun durch eine Kooperation mit den Sportlerinnen der Harbor Girls des FC St. Pauli.
Ab Montag werden für vier Wochen drei provokative Plakate an U- und S-Bahnhöfen und Litfaßsäulen prangen, um das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Frauen im Bewusstsein der Vorbeilaufenden zu verankern. Anlass ist das 36-jährige Bestehen des Frauen-Notrufs.
Die Motive spielen doppeldeutig mit dem Rollerderby-Sport und der Selbstbehauptung gegenüber sexistischen Angriffen. „Gespielt wird nach meinen Regeln“ oder „Auf Pfiffe reagier ich nur im Spiel“, steht darauf. Die Motive machen unmissverständlich klar, dass diese Harbor Girls sich selbstbewusst behaupten und dafür auch einstehen.
„Wir waren spontan begeistert von dem Auftreten und der kreativen Selbstinszenierung der Harbor Girls“, sagt Fachberaterin Sibylle Ruschmeier vom Notruf. Der Spaßfaktor und das Kämpferische habe die Notruf-Frauen angesprochen, sagt Ruschmeier. „Wir möchten dieses toughe Rollenbild, das auch im Jahr 2016 immer noch oft irritiert oder sogar aneckt und leider eben nicht selbstverständlich ist, gerne vielen Menschen und vor allem Frauen und Mädchen präsentieren.“ KVA
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