: Protestmarkt der DDR-Bauern
■ Tausende Land- und Forstwirte demonstrierten vor dem Reichstag gegen Arbeitsplatzverlust
Berlin (taz) - „Brennende Felder“ und „Zunder für die Regierung“ hatten verzweifelte Bauern wegen des drohenden Kollaps‘ der DDR-Landwirtschaft schon vor Tagen angekündigt. Doch zur gestrigen Demonstration vor dem Westberliner Reichstag kamen mit rund 4.000 Teilnehmern dann doch weniger als erwartet. „Im Sommerschlußverkauf“ und zu Schleuderpreisen teilweise unter den Selbstkosten wurden am Rande der Kundgebung Gemüse, Kartoffeln, Fleisch und Eier verkauft. Zu dieser neuen Aktionsform hatte die Gewerkschaft Land-, Nahrungsgüter und Forst (GLNF) samt ihrer Schwesterorganisation im Westen aufgerufen. Ihre Vertreter machten vor allem die gegenwärtige DDR-Regierung für den drohenden Verlust von Hunderttausenden von Arbeitsplätzen in der Land- und Forstwirtschaft verantwortlich. Sie fordern mehr Kredite für die verschuldeten Betriebe und eine Angleichung des Lohnniveaus an die BRD. Als erster Schritt solle ein „Ausgleichsbetrag“ von 400 Mark wegen der starken Preissteigerungen bezahlt werden. TAGESTHEMA SEITE 3
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