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Probleme mit der Miß Bayreuth

Bayreuth (taz) – Bayreuth hat's nicht leicht mit den schönen Künsten. Nicht nur, daß man sich nur ungern an die Tage erinnert, als zu den Wagner-Festspielen deutschtümelnde Nazi-Größen en masse die Stadt belagerten. Nein, da gibt es noch eine ganz andere Kulturveranstaltung, die den Bayreuthern anscheinend immer wieder Probleme bereitet: die alljährliche Fleischbeschau und Wahl der „Miß Bayreuth“ im Bierzelt auf dem Volksfestplatz. Vor drei Jahren beispielsweise verblüffte die Schönheitskönigin Michelle Ziegler die begeisterten Zuschauer, als sich herausstellte, daß diese eigentlich ein Mann war. Und dieses Jahr kam's glatt noch dicker: Die Jury kührte die Thailänderin Them Lamphon zur Miß Bayreuth. Sehr zum Mißfallen einiger Eingeborener: Tumult unter den 5.000 Besuchern, „Ausländer raus“-Gegröle, Schlägereien. Strafanzeigen gegen die Randalierer gab es jedoch nicht. Ein Stadtrat und Jurymitglied: „Denen hat halt ein andres Mädchen besser gefallen.“ Die neue Miß Bayreuth, seit fünf Jahren ortsansässig, bekam von dem Krawall angeblich gar nichts mit. Von daher konnte sie auch keine Stellungnahme abgeben. Colin Goldner

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