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■ Press-SchlagPotenzgehabe

„Who's coming out of the closet?“ Diese Frage interessiert bei den New Yorker Homo- Spielen weit mehr als der Medaillenspiegel. Als bei den „Gay Games“ 1990 in Vancouver Bruce Hayes, Goldmedaillist bei den Olympischen Spielen 1984, sich als schwul offenbarte, schlug dies Wellen, die weit über die Homo-Presse hinausgingen. Bei den Spielen dieses Jahres hoffen die Veranstalter auf einen zweiten Fall Hayes. „Das räumt Vorurteile aus dem Weg“, glaubt Jay Hill vom Organisationskomitee.

Brian Pronger, Autor eines Buches über Schwule und Sport, stellt dagegen fest: „Der Hochleistungssport ist nach wie vor eine homophobe Welt.“ Homosexuelle Stars in Macho-Sportarten wie Football oder Eishockey müßten nach wie vor mit dem Verlust von Sponsorenverträgen rechnen, sollten ihre sexuellen Präferenzen bekannt werden. „Und für weniger bekannte Spieler wäre es das Ende der Karriere.“

Kein Wunder, daß manche Stars ihre Reputation mit heterosexuellem Potenzgehabe dekorieren: Basketballer Wilt Chamberlain brüstete sich zum Beispiel, mit mehr als 20.000 Frauen geschlafen zu haben.

Selbst beim Eislaufen, einer Domäne der Schwulen, meiden die Offiziellen das Wort Homosexualität. Man wolle die Eltern potentieller Nachwuchsläufer nicht verschrecken, heißt es.

Solche Töne sind auch im Frauensport zu hören: Eine Basketballtrainerin meinte kürzlich, die Eltern ihrer Spielerinnen mit dem Versprechen beruhigen zu müssen, daß keine Lesben in ihrem Team geduldet würden.

Trotzdem glaubt Pronger, daß Sportfans lesbischen Sportlerinnen das Coming- out eher als schwulen Sportlern „verzeihen“. Martina Navratilova mag als Beleg für diese These gelten.

Die Spiele in New York werden allerdings ohne sie stattfinden – die Lady bereitet sich ein letztes Mal auf Wimbledon vor. Andrea Böhm

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