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Polka, Dirndl, Riesenslalom

Viktoria Rebensburg gewinnt in Sölden den ersten alpinen Ski-Weltcup der Saison. Die Veränderungen im Deutschen Skiverband könnten tatsächlich Erfolge zeitigen

Aus Sölden Elisabeth Schlammerl

Nur wenig Privates gibt Viktoria Rebensburg von sich preis. Aber am Samstag hat die 28-Jährige vom Tegernsee gezeigt, dass sie nicht nur zu den besten Skirennläuferinnen der Welt gehört, sonst auch eine gute Tänzerin ist. Bei der Siegerehrung für das erste Weltcup-Rennen der neuen Alpinsaison legte sie in einem grünen Dirndl – unter dem vor der Kälte schützenden Anorak – mit dem italienischen Kollegen Florian Eisath eine beeindruckende Mischung aus Polka und Foxtrott auf den Asphalt von Sölden.

Das mit dem Dirndl hat Rebensburg Überwindung kostet, mehr offensichtlich als der Tanz. Aber am Tag vor dem Riesenslalom hatte sie sich das Versprechen abringen lassen, bei einem Sieg in Tracht am Abend auf dem Marktplatz zu erscheinen. Vielleicht rechnete sie selbst nicht mit einem Sieg. „Ich wusste, dass ich gut drauf war, aber das macht es nicht immer ganz einfach, weil man das natürlich zeigen möchte und trotzdem die nötige Gelassenheit bewahren muss“, gab sie zu.

Das ist ihr in Sölden gelungen. Nach Platz drei im ersten Durchgang holte sie sich im Finale noch den Sieg vor der Französin Tessa Worley, immerhin Weltmeisterin; Dritte wurde Manuela Mölgg aus Italien.

Rebensburg war wohl auch deshalb vorsichtig mit ihren Prognosen, weil die vergangene Saison eine mit vielen Problemen gewesen ist. Nach einer verkorksten Vorbereitung mit Rückenproblemen und einem Schienbeinkopfbruch im rechten Knie waren zwei dritte Plätze ihre besten Resultate, einer davon in ihrer Lieblingsdisziplin Riesenslalom. Bei der WM in St. Moritz ging sie leer aus, musste viel Kritik einstecken, zog aber auch Konsequenzen, ebenso wie der Deutsche Skiverband. Der installierte in Jürgen Graller einen neuen Cheftrainer. Zunächst mal mit Erfolg.

Rebensburg selbst hat nun bis Ende November Pause, bis zum Riesenslalom von Killington. Das Ergebnis vom Samstag habe „keine größere Relevanz für alles, was im Januar oder Februar ist“, weiß sie. Allerdings spielte bei Regensburg mehr als bei vielen anderen der Auftakt mental eine große Rolle. „Das Gefühl, das man mitnimmt, ist etwas Besonderes.“

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