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Politische Bildung „wichtiger als Keramik“

■ Neues Programm des evangelischen Bildungswerkes

Das „Bildungswerk evangelischer Kirchen im Lande Bremen“ hat - wie schon in den letzten Jahren - im neuen Halbjahresprogramm das Schwerpunktthema „Gerechtigkeit und Frieden“. Es sollen „nicht nur fromme Christen, sondern alle angesprochen werden“, wie Geschäftsführer Reinhard Jung erklärt. Andere Angebote gebe es schon genug und aus evangelischer Sicht sei die politische Bildung „wichtiger als Keramikkurse“.

Zu den Angeboten gehören z.B. der Bildungsurlaub „Stoppt den Rüstungsexport - und was wird aus unseren Arbeitsplätzen?“, eine Lesung des Buches „Soldaten sind Mörder“ mit Gerhard Zwerenz oder auch der Bildungsurlaub „Im Kampf für Frieden und Abrüstung - Pazifismus in Bremen“.

Neben diesen Veranstaltungen liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Frauenbildungsarbeit - über 35 von 110 Veranstaltungen richten sich vor allem an Frauen, was Jung mit der besonderen „Feminität der Kirche“ erklärt. Auch die theologischen Veranstaltungen beschäftigen sich ungefähr zur Hälfte mit femimistischer Theologie.

Das 15jährige Jubiläum des evangelischen Bildungswerkes in diesem Jahr ist für Jung Anlaß,

ein Resumee Bremer Bildungspolitik zu ziehen. Er bedauert, daß trotz der Verankerung im Bremer Weiterbildungsgesetz von 1974 der politische Stellenwert der Weiterbildung oft vernachlässigt werde. Vor allem sei es zu beklagen, daß der Weiterbildungsbereich im Lande Bremen vom Bildungs- zum Arbeitssenator umverteilt worden sei, was ihm „nicht gerade zum Vorteil“ gereicht habe.

Die finanzielle Förderung von Weiterbildungseinrichtungen sei in den letzten Jahren „eingefroren“ worden, besonders offensichtlich in der Tatsache, daß die Dozentenhonorare in zwölf Jahren nur um ganze fünf Mark erhöht wurden, während in der gleichen Zeit die Löhne anderer Arbeitnehmer um 60 Prozent gestiegen sind.

Der Personal- und Sachmittelzuschuß aus öffentlichen Mitteln beträgt nur noch 30 Prozent der Gesamtkosten. Das führt zu Schwierigkeiten in der Programmgestaltung. Einer Erhöhung der Teilnehmergebühren habe man eine Einschränkung des Angebots vorgezogen, um nicht eine finanzielle Hürde für Teilnehmer zu errichten.

Das Programm ist in Stadtteilbibliotheken, Bürgerhäusern und in den Kirchengemeinden zu haben. G.T.

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