: Pflegenotstand
■ In den Krankenhausabteilungen für Alte herrscht akuter Personalmangel / Gesundheitsverwaltung reagiert viel zu spät
Wer derzeit als alter Mensch in ein Krankenhaus eingeliefert wird, mußt mit denkbar schlechten Pflegebedingungen rechnen. In den geriatrischen Abteilungen fehlen rund die Hälfte der Schwestern und Pfleger. Jetzt endlich, nachdem die AL Gesundheitsstadträtinnen Wurster (Tiergarten) und Schwarzenau (Charlottenburg) für die geriatrischen Abteilungen den personellen „Notstand“ ausgerufen haben, reagiert die Gesundheitsverwaltung. Die Vorschläge der Stadträtinnen, auch Ungelernte auf den ungeliebten Arbeitsplätzen zu beschäftigen, „begrüßte“ gestern Staatsekretär Hasinger. Auch könne man die Erhöhung der Geriatriezulage in Angriff nehmen, Gespräche hierüber werde es mit der Innenverwaltung geben. Die AL fordert 300 statt der bisher 67 Mark monatlich. Die AL-Stadträtinnen haben schon seit langem auf die schlechte Pflegesituation in den Altenabteilungen aufmerksam gemacht. Nur wenige Schwestern und Pfleger wollen in diesen Abteilungen arbeiten. Die schlechten Arbeitsbedingungen und die „Aussichtslosigkeit“ sei dafür verantwortlich, berichtet die Stadträtin Schwarzenau. Lieber noch arbeiteten die Schwestern in Akutkrankenhäusern als in der Geriatrie. Der Vorschlag der Stadträtinnen war deshalb, auch AltenpflegerInnen in den geriatrischen Krankenhäusern zu beschäftigen, was bislang nicht möglich ist.
So suchen die Krankenhäuser weiterhin dringend Personal. Auch ungelernte Studenten oder Hausfrauen könnten derzeit mit befristeten Arbeitsverträgen beschäftigt werden, erklärt Frau Schwarzenau.
bf
Umverteilung gegen rechts
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