Personenführung #8: Annabelle Seubert: Unterwegs im Namen der Liebe

In ihren sonntaz-Geschichten beherrscht sie den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Subjektivität.

Annabelle Seubert an ihrem Arbeitsplatz im 6. Stock der taz. Bild: Nicola Schwarzmaier

Sie ist eine der jüngsten Kolleginnen im Haus – und viel unterwegs. Annabelle Seubert, Jahrgang 1985, arbeitet in der sonntaz-Redaktion.

Sie schreibt über unsere Gesellschaft. Gut, das tun JournalistInnen letztlich immer. Doch Annabelle Seubert erzählt Geschichten, die normal aussehen und es doch nicht sind. Geschichten wie die von Christian Regner. Der 33-jährige Bäcker- und Konditormeister war eigentlich DJ in Berlin und reiste um die Welt – bis seine Mutter ihn zurück in die bayerische Provinz holte, um den Familienbetrieb zu retten.

Sie hat sich indonesische Bestattungsrituale angeschaut, ist in einem Lufthansa-Cockpit mitgeflogen und dem berühmten Clown Oleg Popov begegnet. Sie hat sich mit Petra Kelly beschäftigt, die starb, als Annabelle sechs Jahre alt war. Geboren ist sie in der Nähe von Würzburg, allerdings noch in Baden-Württemberg. Sie hat an der Berliner Universität der Künste Kulturjournalismus studiert. Seit 2011 ist sie bei der taz.

Ein Thema gibt es allerdings, das einem immer wieder begegnet, wenn man ihren Namen in der Zeitung liest: die Liebe. Wieder so eine Sache, die alltäglicher nicht sein könnte und doch zu dem Sonderbarsten gehört, was uns beschäftigt.

In der im Juni 2013 erschienenen schwul-lesbischen Sonderausgabe der taz erzählt sie, wie eine lesbische Kollegin ihr ein Tagebuch lieh, um den eigenen Liebeskummer zu kurieren. Es ist schwer, über die Liebe zu schreiben, ohne der Versuchung zu erliegen, die gebotene journalistische Distanz zu verlieren. Nur wenige schaffen den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Subjektivität. Annabelle Seubert beherrscht ihn.