: Peking soll die Roten Khmer zur Räson bringen
Phnom Penh (afp) — Nachdem die Roten Khmer erklärt haben, daß sie sich von den UNO-Soldaten in Kambodscha nicht entwaffnen lassen werden, ist Prinz Norodom Sihanouk gestern nach Peking gereist. Dort wird der Chef des kambodschanischen Obersten Nationalrates (SNC) wahrscheinlich die chinesische Regierung bitten, Druck auf die von ihr im Bürgerkrieg unterstützte Organisation auszuüben.
Die Weigerung der Roten Khmer, der im UNO-Friedensplan vorgesehene Entwaffung aller Bürgerkriegsparteien und der Demobilisierung zu von je 70 Prozent ihrer Truppen zuzustimmen, stellt den Fortgang des gesamten Friedensprozesses in Frage. Die Roten Khmer blockieren diesen Prozeß mit der — bislang unbewiesenen — Behauptung, daß es noch vietnamesische Truppen im Lande gebe. Sie fordern, die UNO solle zunächst den Rückzug der Vietnamesen kontrollieren, die 1978 in Kambodscha einmarschiert waren. Außerdem solle alle Regierungsgewalt auf den SNC übertragen werden, dem alle Bürgerkriegsparteien angehören.
Der Außenminster Kambodschas, Hor Namhong, warnte gestern: „Sollte der Friedensplan scheitern, so bedeutet das Krieg, egal, ob die internationale Gemeinschaft zustimmt oder nicht.“ Den Roten Khmer, unter deren grausamer Herrschaft in den Jahren 1975 bis 1978 Hunderttausende KambodschanerInnen ums Leben kamen, warf er vor, wieder alleine die Macht in dem Land übernehmen zu wollen. Deshalb müsse der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sich bald mit der Angelegenheit beschäftigen und energisch eingreifen. Auch sollten sich die Unterzeichner des 1991 in Paris geschlossenen Friedensabkommens erneut treffen, um einen möglichen Ausschluß der Roten Khmer zu prüfen.
Unterdessen kündigte der offizielle Führer der Roten Khmer, Khieu Samphan gestern in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh an, seine Gruppierung werde auch die geplante Kambodscha-Hilfskonferenz der UNO boykottieren. Diese soll am 22. Juni in Tokio stattfinden. li
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