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Panzerschlacht rund um Aden

■ 1.150 Verletzte bei Angriff auf Südjemens Hauptstadt

Kairo/Aden/Sanaa (dpa/AP) – Die jüngste Offensive der nordjemenitischen Armee auf die belagerte südjemenitische Hafenstadt Aden hat mehr als 75 Menschenleben und etwa 1.150 Verletzte gefordert. Das berichtete ein Sprecher des Verteidigungsministeriums des abtrünnigen Südens gestern der ägyptischen Nachrichtenagentur MENA. Bei ihren Angriffen hätten die Nordtruppen am Sonntag „alles aufgeboten, was Sie an Waffen besitzen“.

Rund um Aden begann gestern eine möglicherweise entscheidende Panzerschlacht. Die Truppen der Nordregierung unternahmen am Morgen einen Großangriff auf die Verteidigungslinien von Südjemen, das sich für unabhängig erklärt hat. Die Südstreitkräfte erklärten, die Offensive sei mit Hilfe der Luftwaffe und der Marine zunächst gestoppt worden. Der Korrespondent der kuwaitischen Nachrichtenagentur KUNA berichtete aus Aden, bei den Kämpfen seien in den vergangenen Tagen Hunderte von Zivilisten getötet worden.

Die Regierung Nordjemens erklärte, daß ausschließlich militärische Ziele angegriffen würden. Am Sonntag wurden nach einer KUNA-Meldung aber auch Wohngebiete und eine Schule getroffen. Dabei sollen 15 Frauen und Kinder verletzt worden sein, die dort Schutz gesucht hatten.

Die Militärführung des Südens machte in einer von KUNA übermittelten Erklärung geltend, daß neun Panzer der Nordstreitkräfte zerstört worden seien. Bei den Kämpfen seien 50 Soldaten ums Leben gekommen.

Einer der Führer der südjemenitischen Sozialistischen Partei, Jasin Said N'Oman, forderte am Sonntag eine stärkere Einflußnahme der arabischen Nachbarstaaten, damit der Krieg beendet werde. Während eines Aufenthalts in Abu Dhabi warnte er davor, daß die Kämpfe auf andere Staaten der Region übergreifen könnten, sollte der Norden seine Angriffe nicht einstellen.

Seitdem die Regierung in Sanaa im Golfkrieg für Irak Partei ergriffen hat, sind ihre Beziehungen mit Saudi-Arabien, Kuwait und anderen Staaten im Golfkooperationsrat (GCC) gespannt. Daher gibt es in Riad und Kuwait Sympathien mit dem ehemals sozialistischen Südjemen. Der Krieg zwischen den Landesteilen begann am 4. Mai unter anderem wegen Unstimmigkeiten über die Verteilung von Einnahmen aus der Ölförderung.

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