PORTRAITS AUS DEM REVIER: Die Vermieterperle
Ingegret Josefs vermietet mit dem Projekt "Übernachten unterm Förderturm" Zimmer mit Ambiente.
Ingegret kommt aus dem Germanischen und bedeutet "die von Ingolf geschätzte Perle". Erklärt Ingegret Josefs und lacht. Überhaupt lacht die Ruhrpott-Perle viel und gern, wenn sie ihren Gästen Dönekes erzählt. Obwohl keiner aus ihrer Familie beim Bergbau war - "das waren Korinthenkacker", "alles Beamte" -, schöpft sie aus dem biografischen Fundus von einer, die auf Kohle geboren wurde. "Keiner verlässt mir die Wohnung, der keine Führung auf Zollverein gemacht hat", sagt sie streng. Und lacht wieder. In ihrem Haus von 1919 vermietet Frau Josefs die komplette Dachgeschosswohnung - Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad/WC. Sie gehört zu den 56 Vermietern, die im Essener Norden für Touristen Unterkünfte im ehemaligen Zechenmilieu anbieten.
Seit Zollverein Touristik im Jahr 2002 das Projekt "Übernachten unterm Förderturm" rund um das Weltkulturerbe Zeche und Kokerei Zollverein startete, ist die Nachfrage nach Privatquartieren gestiegen. In diesem Jahr verzeichnet Zollverein Touristik schon 2.500 Übernachtungen - die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 zieht viele Besucher. Zwischen 20 und 60 Euro - je nach Komfort und Ausstattung - kostet die Nacht pro Nase. Meist hat Frau Josefs "guten Mittelstand" zu Besuch. Vom Bett aus können Josefs Gäste auf den rostroten Doppelbock von Zollverein blicken. Wenn sie wieder mal das viele Grün vor dem Fenster bestaunen - "Sie haben ja Bäume!" - kontert die 69-Jährige trocken: "Wir haben sogar fließend Wasser!" www.zollverein-touristik.de
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