■ Osttimorese bei Demo erschossen: EU-Diplomaten verlassen Ost-Timor vorzeitig
Dili/New York (AP) – Drei EU-Diplomaten haben ihren Besuch in Ost-Timor gestern vorzeitig abgebrochen und sind in die indonesische Hauptstadt Jakarta zurückgekehrt. Aus indonesischen Militärkreisen verlautete, die Troika habe weitere Demonstrationen befürchtet. Die Botschafter wollten sich bei ihrem am Samstag begonnenen Besuch in Osttimor über die Lage in der von Indonesien annektierten ehemals portugiesischen Kolonie informieren. Während des Aufenthalts der Diplomaten demonstrierten Tausende Menschen. Dabei kam es wiederholt zu Zusammenstößen mit indonesischen Polizisten. Als die drei Gesandten sich in Baucau östlich der Hauptstadt Dili aufhielten, wurde am Montag ein Demonstrant von der Polizei erschossen, vier weitere wurden verletzt. Die Unabhängigkeitskämpfer fordern eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Indonesien oder die Unabhängigkeit Ost-Timors. Indonesien hingegen ist nur bereit, über eine Autonomielösung zu verhandeln.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen