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„Ostpreußen ist unser“, bezahlt von der Stadt

■ Stadt Hagen fördert Vertriebene, die Ostpreußen heim ins Reich haben wollen

Hagen (taz) – Ende August kommen die Mitglieder der „Kreisgemeinschaft Lyck“ jedes Jahr im westfälischen Hagen zusammen. Ein „Heimattreffen“ von rund 2.000 Nachfahren und ehemaligen Bewohnern der früheren ostpreußischen Stadt Lyck (heute Elk), das die Hagener Stadtverwaltung mit jährlich 6.000 DM unterstützt. Geht es nach dem Willen der Hagener Grünen, dann soll damit ab sofort Schluß sein. Nach einem Besuch des Vorsitzenden der Kreisgemeinschaft, Gerd Bandilla, zeigten sich die Grünen „zutiefst schockiert über dessen großdeutsche Phantasien“.

Auf die Frage, wo für ihn der Osten Deutschlands ende, verwies Bandilla auf die am 24. August 1991 beschlossene „heimatpolitische Standortbestimmung“ der Kreisgemeinschaft. In der bis dahin der Öffentlichkeit unbekannten Erklärung heißt es wörtlich: „Die Kreisgemeinschaft Lyck steht fest auf dem Boden der Satzung der Landsmannschaft Ostpreußen und ihrer eigenen Satzung, wonach Ostpreußen ein Teil Deutschlands ist und die Wiedervereinigung Ostpreußens mit Deutschland angestrebt wird.“ Man nehme zwar die „realpolitische Situation nach den Verträgen mit Polen zur Kenntnis“, aber hoffe weiterhin „auf eine friedliche Veränderung der jetzt bestehenden Grenzen“. Während die Grünen wegen dieser „eindeutig revanchistischen Ziele“ die Beendigung jeglicher finanzieller Unterstützung sowie die Aufkündigung der Patenschaft seitens der Stadt fordern, will OB Thieser (SPD) die „herzliche Freundschaft und die Patenschaft“ unangetastet lassen.

Die Verbindung zwischen Stadt und der „Kreisgemeinschaft“ fußt auf einer am 17. Juni 1955 übernommenen „Patenschaft“. Seither „haben wir ein nettes Verhältnis mit den Lyckern“, sagt Stadtsprecher Adolf Hoch. Der frühere aktive Juso und jetzige Oberbürgermeister mißbillige zwar die „heimatpolitische Standortbestimmung“, die, so Hoch, „tatsächlich nach Revanchismus stinkt“, aber dafür „kann man doch nicht alle Lycker bestrafen, die zu 99,9 Prozent gute Demokraten sind“.

„Bestraft“ werden statt dessen die Grünen. In anonymen Anrufen hagelt es Drohungen gegen die „Vaterlandsverräter“ Stadträtin Hildegung Kingreen bekommt seit den Veröffentlichungen in der Lokalpresse regelmäßig „Versandhauspakete“, die sie nie bestellt hat. Walter Jakobs

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