Olympische Winterspiele 2030: Brandenburg will Olympia
Nachdem sich Schmalkalden beworben hatte, schickt die taz Grünheide ins Rennen um die Spiele 2030. Seit Freitag sind die Pläne publik.
Schon wieder macht die Bewerbung einer deutschen Region für Olympische Spiele von sich reden. Es geht um die Olympischen Winterspiele 2030. Und es ist ein Ort in Brandenburg, der ins Rennen gehen soll. Grünheide (Mark), südostlich der Bundeshauptstadt Berlin gelegen, will als Zentrum der Metropolregion Oder-Spree zum Herzkammer des Wintersports werden. Am Freitagabend gingen die Initiatoren der Bewerbung an die Öffentlichkeit. Der taz liegt das Bewerbungspapier, das in den Räumen der Redaktion ersonnen wurde, exklusiv vor.
Erst vor zwei Wochen hatte eine Bewerbung aus Schmalkalden und Bad Salzungen für Aufsehen gesorgt. Was zwei sportbegeisterte Menschen in einem Büro der örtlichen Volks- und Raiffeisenbank ersonnen haben, sollte Ausgangspunkt für eine Bewerbung Thüringens, Sachsens unter Beteiligung Bayerns für die Olympischen Winterspiele 2030 werden. In der Sportwelt sorgte das Papier aus Thüringen für Begeisterung. So meinte etwa der Chef des Deutsche Bob- und Schlittensportverbands Thomas Schwab: „Es kann nicht sein, dass sich jeder, wie er will, für Olympia bewirbt.“
Für die taz war diese Äußerung Anlass genug, selbst einen Wettbewerber in das Rennen um die Spiele zu schicken. Dass die Wahl dabei auf Grünheide fiel, ist kaum verwunderlich. Die Gemeinde gilt nicht erst als Zukunftsort, seit der US-amerikanische Unternehmer Elon Musk seine Pläne für eine „Gigafactory“, in der elektrogetriebene Kraftfahrzeuge gebaut werden sollen, publik gemacht hat. Musks Fabrik soll in Grünheide entstehen. Wenn nach einem Zuschlag durch das Internationale Olympische Komitee die ersten Wettkämpfe 2030 laufen, werden schon Tausende von Autos vom Band der Fabrik gelaufen sein. Kein Wunder, dass die Bewerber Elöon Musk diesen Satz in den Mund legen: „Bob, Skisprung, Rodeln – das ist der Stoff, aus dem gute Teststrecken sind.“
Die Initiatoren der Bewerbung bezeichnen die Spiele in ihrer Bewerbung als naturnah und orientiert an den Bedürfnissen sportbegeisterter Menschen. So sei es viel nachhaltiger, den Schnee zu den Menschen zu bringen, als die Menschen dahin zu transportieren, wo in Zeiten des Klimawandels noch Naturschnee liege. Sie verweisen zudem auf die geballte Sportkompetenz der Region.
In der Tat liegt das Fleckchen Kienbaum, in dem schon zu DDR-Zeiten eine der ambitioniertesten Trainingsstätten des Weltsports beheimatet war, auf dem Territorium der Gemeinde Grünheide. „Ein riesiges Areal ausgesuchter Exzellenz steht bereit“, heißt es in den Bewerbungsunterlagen, die auf unter www.olympiagruenheide2030.eu für die Allgemeinheit vorgestellt werden.
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