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Ohrwurm-Interpret gestorbenMah Nà Mah Nà Bidi Bidibi

Alessandro Alessandroni kennt kaum jemand. Seinen berühmtesten Song aber, der gänzlich ohne Worte auskommt, haben wir alle im Kopf.

It’s the Singer, not the Song, heißt es so schön. Es sind die Ausnahmen, die jenes Rock-'n‘-Roll-Axiom bestätigen: Alle kennen den Song „Mah Nà Mah Nà“, aber kaum jemand weiß, dass er von dem italienischen Komponisten Piero Umiliani geschrieben wurde.

Noch unbekannter ist sein Sänger Alessandro Alessandroni, ein in den Sechzigern und Siebzigern vielbeschäftigter italienischer Studiomusiker, der für viele Soundtracks von Italowestern Titelmelodien gepfiffen hat und zahlreiche Filmmusiken komponierte.

Berühmt wurde seine Version von „Mah Nà Mah Nà“ als Song der Kindersendung „Muppet Show“. In meiner Erinnerung taucht dazu „Animal“ auf, das in der deutschen Fassung Tier genannte Zottelviech, und drischt wie besessen auf das Schlagzeug ein, begleitet von einer Puppe mit Baskenmütze und dunkler Sonnenbrille, die Gitarre spielte.

Schwedinnen in der Sauna

Vor seiner Übernahme durch die Sesamstraße und die Muppetshow untermalte „Ma Nà Mà“ den italienischen Exploitation Sexfilm „Svezia, Inferno E Paradiso“. Ein Skandal? Nein, viele schmierige Filme haben tolle Soundtracks berühmter Komponisten. Von irgendwas müssen die Musikusse ja leben.

Das Alleinstellungsmerkmal von „Ma Nà Ma Nà“ ist sein infantiler Charakter. Alessandronis Gesang macht den Song einprägsam. Die einzige gesungene Textzeile lautet „Ma Nà Ma Nà, Bidi Bidibi“ mit einer Coda der letzten Silben „Bidi Bidi Bidibi Di“.

Die Wiederholung der Silben ohne Wortsinn ist an den Scatgesang des Jazz angelehnt, und doch klingt Ma Nà Ma Nà wie eine typisch freche italienisches Funk-Pop-Soul-Fälschung der späten Sechziger. Überflüssig zu erwähnen, dass der Song in den Neunzigern auch von HipHop-Produzenten gesampelt wurde.

Seinen Sänger wird das gefreut haben. Am Montag ist er in seiner Heimatstadt Rom kurz nach seinem 92. Geburtstag gestorben.

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