: „Öko-Offiziere“ im DDR-Grenzstreifen
■ Soldaten kümmern sich um Vogel- und Artenschutz im Sperrgebiet / Grüne Ärmelstreifen und neue Aufgaben
Magdeburg (dpa/adn) - Im „Kommando Magdeburg“ der Grenztruppen der DDR kümmern sich seit kurzer Zeit „Offiziere für Ökologie und Umwelt“ um den Schutz der entlang der Staatsgrenze entstandenen Biotope. Die Öko -Offiziere führten bereits erste Gespräche mit den zuständigen staatlichen Stellen, um das Zusammenwirken bei Pflege und Gestaltung der vor achtundzwanzig Jahren zum Sperrgebiet erklärten Landschaft abzustimmen.
Zwischen den Sperranlagen an der Grenze zur BRD war nach 1961 ein mehr als tausend Kilometer langes „Reservat“ entstanden, in dem sich zum Teil seltene Arten entfalten konnten. Im Bezirk Magdeburg betrifft dies unter anderem den Oberharz mit dem Brocken, der als international bedeutsames Rückzugsgebiet für alpine und arktische Flora und Fauna gilt.
Wenige Kilometer weiter nördlich schlängelt sich die „grüne Grenze“ durch das Große Bruch, ein Niederungsgebiet mit Wiesen und Gräben, in dem noch der Große Brachvogel lebt. Die Soldaten mit ihren grünen (!) Ärmelstreifen wollen sich auch der Moorlandschaft Drömling annehmen.
Zunächst, so der Pressesprecher des Grenzbezirkskommandos, soll in den eigenen Objekten die Einhaltung der Gesetze auf dem Gebiet des Umweltschutzes kontrolliert werden. Die Grenzer wollen in den Naturschutzaktiven der Kreise mitarbeiten und bei einer schnellen Bestands- und Zustandsaufnahme im „Abschnitt“ helfen. Sie treten beispielsweise dafür ein, den Oberharz zum Nationalpark und den Drömling zu einem grenzüberschreitenden Landschaftsschutzgebiet zu erklären. Erste Soldaten werden in diesen Tagen an Ort und Stelle von Naturschutzfachleuten eingewiesen, worauf sie ihren geschulten Blick durch das Dienstglas künftig richten sollten.
Im Oberharz gehören die Grenzsoldaten inzwischen zu engen Partnern der Naturschützer. Sie helfen beispielsweise beim Anlegen von Geländern, damit die Wanderer nicht ins Brockenmoor geraten.
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