piwik no script img

Öffentliche Gefährdung

■ Segeberg: Braune Demo gegen Drogen

Die Tarnung hat versagt, die Kundgebung wird voraussichtlich aber trotzdem stattfinden. Zu einer „Demonstration gegen die von der SPD geplante Drogenfreigabe“vor der Bad Segeberger Kreisverwaltung rufen für heute um 11 Uhr Kräfte des selbsternannten „nationalen Widerstandes“auf. Unterstützt wird der Demo-Aufruf von einer obskuren „Initiative gegen Drogenfreigabe“, die nur unter einer Postfachadresse in Henstedt-Ulzburg zu erreichen ist.

Dahinter verbirgt sich nach Informationen der taz etwa die „patriotische Jugend“, bei der viele Ex-Mitglieder der verbotenen Nationalen Liste untergeschlüpft sind. Der zuständige Landrat Georg Gorrissen vermutet deshalb, daß mit der Demo „andere Ziele“als drogenpolitische Proteste verfolgt würden. „Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“sei „nicht aus zu schließen“, weshalb er den Aufmarsch verbieten ließ. Ob sich die braunen Marschierer durch die Verbotsverfügung abschrecken lassen werden, ist aber fraglich. mac

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen