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Notwendige Diskussion angesprochen

■ betr.: Ruanda, Seiten 10 bis 14, taz vom 6. 4. 95

Herzlichen Dank für die informativen und lesenswerten Hintergrundbeiträge über die aktuelle Situation in Ruanda. Vor allem der Meinungsbeitrag auf Seite 10 hat wohl eine notwendige Diskussion angesprochen. Dennoch sind in zwei Fällen Widerspruch beziehungsweise Ergänzungen notwendig:

1. Im Gegensatz zu Dominic Johnsons Behauptung gibt es sehr wohl Literatur auf dem deutschen Buchmarkt! Als da wären:

– Honke, G. u.a.; Als die Weißen kamen – Ruanda und die Deutschen 1885–1991. Wuppertal 1990. Zweifellos nicht mehr neu, aber nach wie vor sehr brauchbar als historischer Einstieg in das Thema.

– „Wenn hinten weit in Hutu- Land... Der Mythos vom landesüblichen Völkermord“, Beiträge von Andreas Mehler und Peter Molt in: Blätter für dt. und interne Politik, Heft 8/94.

– Schürings Hildegard (Hg.); Ein Volk verläßt sein Land. Krieg und Völkermord in Ruanda. Köln. November 1994.

2. Die geäußerte Kritik an jener Position von Hildegard Schürings, die sie im Juni 1994 in den Blättern des IZ3W vertritt, rechtfertigt nicht das Totschweigen des Buches, das sie als Herausgeberin verantwortet, das aber durch seine unterschiedlichen MitarbeiterInnen ganz verschiedene Positionen vertritt. Vor allem die Analyse der Ruanda-Berichterstattung der deutschen Presse vermittelt erstaunliche neue Erkenntnisse.

3. Ich will das Buch von Schürings keinesfalls als Gegenargumentation zu Dominic Johnsons Forderung nach Selbstkritik der Entwicklungshelfer in Ruanda benutzen. Es könnte allerdings ein Beitrag zu dieser notwendigen Debatte sein. Manfred Kunz, Würzburg

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