: Norderstedter Flüchtlinge ins Ausland?
Hamburg/Leipzig (taz/dpa) — Die Asylbewerber aus der Norderstedter Shalom-Kirche haben gestern entschieden, daß sie lieber ins Ausland gehen als nach Mecklenburg-Vorpommern. Während einer Vollversammlung der Flüchtlinge lehnten sie erneut den Vorschlag der Landesregierungen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommers ab, sich über 14 Unterkünfte in mecklenburgischen Städten verteilen zu lassen. Am Abend zuvor hatte der Shalom-Kirchenvorstand die dezentrale Unterbring als „zumutbare Lösung“ bezeichnet und die Asylbewerber aufgefordert, sich in „geeignete kleine Gruppen“ aufzuteilen. Mit dieser Erklärung ging der Kirchenvorstand auf den Kurs des Kieler Sozialministers Günther Jansen über. Die Asylbewerber müssen spätestens am 22. November in Mecklenburg sein, sonst werden ihre Asylprüfungsverfahren ohne Anhörung entschieden — was mit großer Sicherheit Ablehnung bedeutet.
Bei einem Brandanschlag in einer Asylbewerberunterkunft in Schierling bei Regensburg haben unbekannte Täter in der Nacht zum Freitag einen Schaden in Höhe von 10.000 Mark angerichtet. Die 15 Bewohner des Hauses, überwiegend Rumänen und Vietnamesen, blieben unverletzt. In Leipzig griffen Skinheads am Mittwoch abend zwei vietnamesische Familien in ihren Wohnungen an und verletzten zwei Männer schwer. Die Skinheads traten nach Angaben der Polizei in beiden Fällen die Wohnungstür ein, zertrümmerten das Mobiliar mit Baseballschlägern und traktierten die Familienväter. Ein 43jähriger Vietnamese wurde von sechs maskierten Skinheads in den Keller gezerrt und dort durch Fußtritte sowie Messerstiche in den Schenkel schwer verletzt. Wenig später drangen Skinheads in eine weitere Wohnung von Vietnamesen ein und verletzten den Ehemann mit einem Baseballschläger schwer.
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