unser café e. v.: Non-Profit im „Slatdorp“
Kaffee aus Spaß
Ganz Zehlendorf ist von gierigen Bankmanagern, abgehalfterten CDU-Politikern und Geldstinkern besetzt. Ganz Zehlendorf? Nein. In Slatdorp leistet ein kleines Völkchen Widerstand …
Slatdorp, so wurde früher das Gebiet am Schlachtensee genannt, 1242 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1894 entstand an gleicher Stelle eine Villenkolonie. „Café Slatdorp“ heißt ein vor wenigen Tagen eröffnetes Café in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Schlachtensee. Es ist kein normales kommerzielles Café, sondern das Produkt einer Anwohnerinitiative, die „einen Ort der kulturellen Begegnung und des Meinungsaustausches im Kiez“ schaffen wollte.
Je nach Wetter kann man im Vorgarten sitzen und in die Sonne glotzen oder aber das ästhetisch gestaltete Innere genießen. Der Cappuccino schmeckt lecker, die Quiche zum Mittagessen erst recht, und die Preise sind zivil. Den rund 15 InitiatorInnen, die hier abwechselnd Dienst schieben, geht es nicht ums Geldverdienen, sondern um den Spaß am Projekt. Der Trägerverein Unsercafé e. V. wurde im Frühjahr gegründet, alle Mitglieder gaben Darlehenfür den Ausbau.
„Ein Experiment“, sagt Mitinitiatorin Hildegard Harnos, „wir mussten alle erst lernen, wie man einen Kaffeeautomaten bedient.“ Ihrer Mitstreiterin Editha Stürtz-Frase liegt besonders am Herzen, kulturellen und politischen Initiativen einen Veranstaltungsort geben zu können: einen Raum für Ausstellungen, Konzerte oder Ideenwerkstätten. Interessierte mögen sich melden. Der erste Künstler hat bereits Bilder ausgehängt. USCHE
Café Slatdorp, Breisgauer Straße 2, 14129 Berlin, Tel. 80 49 57 77, Mo.–Sa. 9.30–19 Uhr, So. 11–18 Uhr
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