: Noch keine freie Fahrt
■ Verkehrsministerium will wegen Berliner Gewässern Gespräch mit Senat
Berlin. Nach Protesten von verschiedenen Umweltschutzverbänden beharrt das Bonner Verkehrsministerium offenbar nicht mehr unbedingt auf einer freien Fahrt für Motorboote auf der Havel und dem Wannsee. Wie der Sprecher der Senatsverkehrsverwaltung, Siegfried Keiluweit, erklärte, liegt der Verwaltung jetzt eine Zusage aus Bonn vor, die diesbezüglichen »Berliner Anliegen« zu berückschtigen. Laut dem Sprecher ist auch der neue CDU-Verkehrssenator Haase für eine Beibehaltung der bisherigen Fahrbeschränkungen. Das Ministerium habe »Kooperationsbereitschaft« demonstriert und in der Sache für Ende März oder Anfang April ein Gespräch angeboten. Noch im Januar hatte es in einer Meldung geheißen, daß das für die ehemaligen sogenannten Reichswasserstraßen zuständige Verkehrsministerium die »Idee« hege, den Sportschippern zum 1. Aporil wieder freie Fahrt zu geben. Soweit er dies beurteilen könne, wäre Berlin jetzt das einzige Land, wo es gegebenenfalls zu einer Ausnahme käme, so der Sprecher.
Unterdes demonstrierte gestern die Fraktion Bündis90/Grüne im Abgeordnetenhaus den Willen, zumindest parlamentarisch für den Schutz der Berliner und brandenburgischen Gewässer auf die Barrikaden zu gehen. Die Fraktion präsentierte ein Bündel von Sofortforderungen, die demnächst als parlamentarische Anträge eingebracht werden sollen.
Um die Ufergewässer vor weiterer Erosion zu schützen, sei an erster Stelle die Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung für alle motorisierten Wasserfahrzeuge auf 10km/h notwendig, hieß es. Darüber hinaus sollten Bootseigener innerhalb einer Zone von hundert Metern vom Ufer nur sieben Stundenkilometer fahren dürfen, sofern die Geschwindkgkeit nicht schon jetzt darunter liege. Weiter plädierten die Fraktionssprecher für die generelle Einführung einer Bestimmung, nach der auf allen Gewässern unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeiten nur so geschippert werden darf, daß Sog und Wellenschlag vermieden werden. Ferner fordert die Fraktion eine Bootssteuer und eine Uferschutzabgabe, die von allen Motorboot- und Segebooteigentümern und den Betreibern von Steganlagen zweckgebunden für Maßnahmen des Röhricht- und Naturschutzes an den Gewässerufern erhoben würde. thok
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