: Noch ein FDPler weniger
■ Berliner FDP-Bundestagskandidat wechselt zu Bündnis 90/Die Grünen
Werner Wiemann, bisheriges Mitglied der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus und Direktkandidat für die Bundestagswahl, hat seine Partei wenige Tage vor dem Urnengang verlassen und arbeitet nunmehr mit Bündnis 90/Die Grünen zusammen. Er werde zunächst als Gast der Fraktion angehören, sagte Wiemann gestern. Den Liberalen habe er den Rücken gekehrt, weil die Bundespartei nach der Wende im Osten „alles falsch gemacht hat, was falsch gemacht werden konnte“. Fehler seien vor allem bei der Privatisierung ostdeutscher Unternehmen und der Regelung offener Vermögensfragen gemacht worden. Als „ziemliche Zumutung“ habe er die FDP-Strategie empfunden, nur um Zweitstimmen für die FDP zu werben. Wiemann ist im Wahlkreis Hellersdorf/Marzahn als Direktkandidat aufgestellt worden, er steht jedoch nicht auf der FDP-Landesliste. Die Berliner FDP verlangte von ihm, sein Mandat im Abgeordnetenhaus niederzulegen. Der Bezirksvorstand der Marzahner Liberalen forderte die Wähler unterdessen auf, die Erststimme der SPD-Direktkandidatin Angelika Barbe zu geben. AFP
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen