: „Nice Scheiß“ für den Gabentisch
Sonntag morgens, wenn sich kleine Biester gemeinhin vor dem Fernseher versammeln, um „Die Sendung mit der Maus“ zu verfolgen, bleibt in Niedersachsen und angrenzenden Reservaten die Glotze kalt. In den Kralen emsländischer Moore, den Fellachendörfern der friesischen Savannen und auf den Piratenkoggen des Mittellandkanals lauschen die Kinder viel lieber „Onkel Hottes Märchenstunde“, die via Ultrakurzwelle selbst in den Planwagen nomadischer Kartoffelpflücker empfangen werden kann. Damit auch den Bewohnern weniger privilegierter Gefilde die Gnade hotteistischer Erzählkunst zuteil werde, warf der Forschungsreisende Kassowart von Sondermühlen sein kurbelgetriebenes Uher-Bandgerät an und macht nunmehr die von ihm gesammelten einzigartigen Tondokumente in Form einer wohlfeilen CD/MC dem breitesten Publikum zugänglich. Hellauf erklingt da das Lachen niedersächsischer Aboriginals, wenn ein ums andere Mal die Mär vom legendären „Krötensägen Massaker“ die Runde macht, wenn der Vortragende an den „Streik im Zauberwald“ erinnert oder „Das Märchen von Kalif Schwein“ rezitiert. Und die kleinen Zuhörer sind mit glänzenden Augen und hochroten Ohren bei der Sache, wenn alle gemeinsam das Volkslied „Hänsel und Gretel vergingen sich im Wald“ anstimmen. H.K.
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