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„Nice Scheiß“ für den Gabentisch

Bolt Throwers „The fourth Crusade“ ist das Weihnachtsgeschenk für den modernen Musikfreund, der für alle neuen Variationen des Heavy Metal offen ist und selbst vor dem Unglaublichsten nicht zurückschreckt. Kinder können außerdem ihre Eltern mit der neuesten Produktion des Napalm-Death-Labels mit dem bezeichnenden Namen „Earache Records“ erfreuen, wenn sie den Kontakt nach Hause endgültig abbrechen wollen. Schnell sind sie eigentlich nicht, die englischen Grunz-Rocker, dafür aber äußerst kraftvoll. Wirklich zauberhafte Melodien, die ganz geradeaus und schnörkellos dargebracht werden, bilden den Hintergrund zu dieser Death-Metal-Scheibe. Obendrein sind die Lieder so arrangiert, daß sie nicht alle gleich klingen – was in jener Metal-Ecke keine Selbstverständlichkeit ist. Karl Willetts' „Gesang“ klingt zwar schwer nach Halsschmerzen, überzeugt aber durch sein formvollendetes Klangvolumen. Auch kulturell haben die Leute von Bolt Thrower einiges auf dem Kasten. Nicht nur das Cover mit Eugene Delacroix' Historismusschinken anno 1840 „Einzug der Kreuzritter in Konstantinopel“ zeugt davon, sondern auch die bedeutungsschwangeren Lyrics. Voller Pathos grunzt Willets apokalyptische Offenbarungen in schwierigstem Englisch, die die satte, weihnachtliche Zufriedenheit erschüttern: Mortified by the lack of conscience/Our sanctity bears no relevance/Insignifiance is our existence/Hear the litany of life's persistence.Whow! KN

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