: Neuland in Neuseeland
■ Meeresforscher Wade Doak berichtet über Kontaktaufnahme mit Delphinen
„“Delphine suchen die Kommunikation mit uns. Kein anderes Tier verhält sich dem Menschen gegenüber so neugierig und friedfertig.“ Wade Doak, neuseeländischer Meeresforscher, hat seit 15 Jahren Erfahrung bei der Begegnung mit den intelligenten Meeressäugern. Sein Lebenswerk ist die Forschung nach einem Kontakt zu Delphinen und Walen. Vergangene Woche sprach er auf Einladung des „Delphinprojekts Arion“ im Bremer Überseemuseum über seine Arbeit.
Doak ist Gründer des „Project Interlock“, in dem Menschen auf der ganzen Welt für die Rettung von Walen und Delphinen zusammenarbeiten. In vielen Begegnungen unter Wasser hat der neuseeländische Forscher Neuland betreten und Verbindung mit Delphinen aufgenommen. Die bloßen Naturwissenschaftler begrenzen sich nach seiner Meinung nur auf die Erforschung der Meeressäuger, ohne wirklichen Kontakt zu suchen. „Delphine sind bewußt denkende Tiere“, behauptet er und aus dieser Einsicht folgt für ihn die Forderung nach Umkehr im menschlichen Verhalten: Die systematische Tötung von Walen und Delphinen durch die Fischfangflotten beim Einsatz von Riesennetzen müsse ebenso gestoppt werden wie die Haltung von Delphinen in Aquarien. Forschung an gefangenen Tieren oder die Kommerzialisierung durch „Flipper“- Filme lehnt Doak ab: „Auch über die Verhaltensweisen der Menschen bekommt man ein falsches Bild, wenn sie im Gefängnis sitzen.“
Wenn Delphine mit Menschen Kontakt aufnehmen wollten, so Doak, zeigten sie ein bestimmtes Verhalten: sie sprängen aus dem Wasser, spritzten Menschen absichtlich naß oder reagierten durch Pfeiftöne, wenn sie gerufen werden. Da Delphine zwischen Männern und Frauen unterscheiden könnten, gebe es Berichte von sexueller Anmache durch Delphine. Auch seien Fälle vorgekommen, in denen Delphine versucht hätten, Schwimmerinnen zu „kidnappen“ — eine beängstigende Erfahrung, wie der Forscher zugibt.
Doak, der schon in Tauchanzügen in Delphinform mit den Säugern geschwommen ist, berichtete auch von menschenfreundlichen Einzelgängern unter den Tieren, die die Nähe der Menschen suchten. Allein an den europäischen Stränden gebe es davon fünf. „Ich möchte nie vergessen, daß Delphine weder uns noch ihresgleichen töten. Die Tatsache, daß Wale und Delphine eine 20mal längere Evolution hinter sich haben, läßt mich für den Menschen hoffen.“
bpo
Delphin-Projekt Arion Tel. 030-589 08 17
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