: Neuer Schwung für alte GSW
■ Im „Pavillon“ wird mit der OS für eine neue Gesamtschule experimentiert hier bitte das Foto mit den Schulkindern
Wenn heute die neuen „fünften“ Klassen in den asbestfreien Pavillon an der GSW einziehen, dann erwartet sie etwas Ungewöhnliches für Bremen: Schulreform auf Lehrerinitiative. „Die Baugift- Problematik hat uns aufgerüttelt“, sagt OS-Leiterin Elke Steil von der GSW. Eine Gruppe von LehrerInnen kam zusammen, um mit einem Modell die Reform der Gesamtschule auszuprobieren. Wenn das, was zunächst in den 5. und 6. Jahrgängen entwickelt wird, erfolgreich ist, soll später die gesamte GSW so funktionieren.
Mit aller Vorsicht beschreibt Elke Stoll, in welche Richtung experimentiert werden soll: Die Schule soll morgens in der ersten Stunde mit einem offenen Angebot beginnen. Da sollen unter Betreuung Aufgaben erledigt werden; die SchülerInnen können also „auf freiwilliger Basis“ in unterschiedlicher Weise den Schultag beginnen.
Ab 8.45 Uhr folgen vier Stunden Unterricht, nicht sechs Stunden wie an der „alten GSW“ bisher häufig der Fall. Nach einer frei zu gestaltenden Mittagsstunde gibt es dann noch einmal zwei Stunden Unterricht. Wer will, kann nachmittags außerdem in Arbeitsgruppen jonglieren, Theater spielen usw. Mehr Öffnung zum Stadtteil, mehr Möglichkeiten für Elternverantwortung, wenn die das wollen, vor allem aber mehr Eigeninitiative der SchülerInnen soll erreicht werden.
Dem Protest der Eltern, deren Kinder entgegen dem alten GSW-Konzept den Wechsel „ihrer“ Klassenlehrerin ins neue Modell-Team zu verkraften haben, setzt Elke Steil die Reformidee entgegen: Abseits des sanierungsbedüftigen Betonbaus, der allen Beteiligten Kopfschmerzen macht, könnte die GSW „nach 23 Jahren einen neuen Schwung nehmen“. K.W. / Foto: Holzapfel
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen