: Neuer Innenminister für Algerien
Algier (AFP) — Der neue algerische Ministerpräsident Belaid Abdessalam hat am Sonntag abend die Liste seiner neuen Regierung vorgelegt. In dem aus 22 Ministern bestehenden Kabinett übernimmt der 64jährige Abdessalam wie sein Vorgänger Sid Ahmed Ghozali die Ressorts Wirtschaft und Finanzen. Den Schlüsselposten des Innenministers, der mit der Verwaltung des am 9. Februar verhängten Ausnahmezustandes beauftragt ist, übernimmt der Zivilist und bisherige Regierungssprecher Mohammed Hardi von Generalmajor Larbi Belkheir. Belkheir galt als der „Schatten“ des ehemaligen Präsidenten Chadli Bendjedid, unter dem er Karriere machte.
Es ist die erste Regierungsbildung seit der Ermordung von Präsident Mohammed Boudiaf am 29. Juni und der Ernennung von Ali Kafi als dessen Nachfolger. Nach zwölftägigen Beratungen legte Abdessalam seine Kabinettsliste dem Hohen Staatskomitee, der kollektiven Staatsführung Algeriens, vor.
Generalmajor Khaled Nezzar, Mitglied des Hohen Staatskomitees, behält seinen Posten als Verteidigungsminister, den er seit Juli 1990 innehat. Nezzar war auch als Nachfolger des ermordeten Präsidenten Boudiaf im Gespräch gewesen. Er mußte nach Einschätzung gut unterrichteter Kreise aber zurückstecken, um die Macht der Armee in Algerien zu verdecken. Nezzar ist einer der mächtigsten Männer in Algerien. Er verfolgt einen harten Kurs gegen die verbotene fundamentalistische Islamische Heilsfront (FIS).
Im Amt bleibt auch der seit Juni vergangenen Jahres amtierende Außenminister Lakhdar Brahimi. Der 58jährige Berufsdiplomat übte von 1985 bis 1991 das Amt des stellvertretenden Generalsekretärs der Arabischen Liga aus. Er gilt als Mann des Dialogs. Der Botschafter bei den Vereinten Nationen, Messaoud Ait Chaalal, wurde auf den neugeschaffenen Posten des Beraters des Regierungschefs berufen. Die beiden Frauen der Ghozali-Regierung, Leila Aslaoui im Jugend-und-Sport- Ministerium sowie Zahiua Mentouri im Gesundheitsministerium, wurden durch zwei Männer ersetzt.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen