: Neue „Heimatfront“
■ Betr.: Streik der Zivildienstleistenden, taz vom 28.2.
Zunehmend zeichnet sich die Schaffung eines in der der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft als „Heimatfront“ bezeichneten Systems sogenannter ziviler Verteidigung ab, welches die Gewissensentscheidung der Kriegsdienstverweigerer in wachsendem Maße militärischen Interessen unterordnet.
Mit ihren Aktionen haben die ZDLer darauf aufmerksam gemacht, wie sehr die „Streitkräfte“ bei der Führung eines Krieges auf die zivile Verteidigung angewiesen sind. (...) Ohne den zivilen Dienst im Heil- und Pflegebereich, in der Rüstungsproduktion oder im Zusammenhang mit Manövern sind Planung, Entwicklung und Durchführung von Kriegen nicht möglich. Wenn ZDL ihren Dienst am Nächsten gern tun, so ist dies auch unter militärstrategischen Gesichtspunkten zu beurteilen. In jedem Fall ist es hilfreich, wenn sie sich gegen die Militarisierung des Zivildienstes wehren.
Andre Beßler
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen