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Natürliche Staubfänger

■ Spinnenweben als einfache und billige Membranfilter

Göttingen (taz) — Spinnenweben sind nicht nur Fallen für herumschwirrende Insekten, sie fangen auch Staub und Dreck ein. Dieses Eigenschaft machen sich jetzt Göttinger Wissenschaftler zunutze.

Bislang war es nur mit großem Aufwand möglich, die Schwermetallbelastung der Umwelt zu ermitteln und die Quellen zu lokalisieren: Große Membranfilter saugen den Staub an, der dann auf den Gehalt von Spurenmetallen untersucht wird. Mit Spinnenweben als natürliche Staubfilter haben die Göttinger ein einfacheres und sehr viel billigeres Verfahren entdeckt. Ein Vergleich der Ergebnisse beider Methoden hat gezeigt, daß die Resultate nur wenig voneinander abweichen.

Die Idee entstand während eines Ibiza-Urlaubs. Der Geo-Chemiker Hans-Jürgen Brumsack stellte bei einem Spaziergang fest, daß Spinnennetze durch aufgewirbelten Sand besonders verstaubt waren. Er brachte einige Proben nach Göttingen mit. Erste Labortests über die Verwendungsfähigkeit von Spinnenweben zeigten so gute Ergebnisse, daß Brumsack und seine Professoren-Kollegen Hartmut Heinrichs und Volker Rachhold mit dem systematischen Sammeln und Untersuchen von Netzen in Großstädten und Wäldern begannen. Die Schwermetallbelastung der Luft wurde durch Vergleiche des Elementeverhältnisses in der Erdkruste und den Proben ermittelt.

Ziel ist es nun, die Anteile einzelner Quellen in der Gesamtprobe zu erforschen. Erste Ergebnisse, betonen die Wissenschaftler in einer Erklärung, zeigen, daß sich etwa 60 Prozent der gesamten Schwermetallbelastung auf den Straßenverkehr zurückführen lassen, 20 Prozent auf die Gesteins- und Gebäudeerosion und weitere zehn Prozent auf industrielle Prozesse. Reimar Paul

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