piwik no script img

Nato-Bombe trifft Krankenhaus

■ Bei der Explosion sterben vier Menschen

Stockholm/Bonn (AFP/rtr) – Als nicht hinnehmbar hat Schweden gestern die Nato-Luftangriffe auf die jugoslawische Hauptstadt Belgrad bezeichnet, bei denen in der Nacht auch die Residenz des schwedischen Botschafters beschädigt worden war. Der nächtliche Luftangriff, der einer Kaserne in Belgrad galt, traf statt dessen das Dragisa-Misovic-Krankenhaus. Die Explosion tötete dort vier Menschen. Es war der neunte Fall, bei dem die Nato zugeben mußte, daß Bomben ihr Ziel verfehlten, insgesamt wurden dabei nach serbischen Angaben 230 Menschen getötet.

Schwedens Außenministerin Anna Lindh teilte in Stockholm mit, sie werde die Allianz um eine Erklärung bitten. Es sei nicht akzeptabel, daß genau im Zentrum einer großen Stadt diese Art schwerer Explosivgeschosse eingesetzt werde, die solche Schäden und Verletzungen verursachten. Auch die spanische Botschaft wurde nach deren Angaben bei den Bombenangriffen leicht beschädigt.

Bei den Verhandlungen der Politischen Direktoren aus den sieben führenden Industrienationen und Rußland (G 8) über den Kosovo-Konflikt ist noch kein Durchbruch absehbar. Bislang gibt es keine Einigung über den Text einer UNO-Resolution zur Beendigung des Kosovo-Kriegs. Es bleiben noch viele strittige Fragen, insbesondere bezüglich Rolle, Zusammensetzung und Stationierung einer internationalen Schutztruppe für zurückkehrende Kosovo-Albaner. Die G 8-Diplomaten hatten am Mittwoch zehn Stunden lang bis nach Mitternacht auf dem Petersberg bei Bonn über den Text für eine UNO-Resolution beraten. Zustande gekommen ist diesen Kreisen zufolge ein siebenseitiger Entwurf, in dem viele Punkte umstritten und deshalb eingeklammert sind.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen