: Nachbarschaftsvertrag mit Prag ist perfekt
Bonn/Prag (dpa) — Der deutsch- tschechoslowakische Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit wird nach einigen Irritationen auf beiden Seiten nun doch während des fünftägigen Staatsbesuches von Bundespräsident Richard von Weizsäcker in der kommenden Woche in Prag paraphiert. Eine entsprechende Ankündigung von CSFR-Präsident Václav Havel wurde gestern in Bonn von der Bundesregierung bestätigt. Die Paraphierung erfolgt am Dienstag durch die beiden Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Jiri Dienstbier. Der Termin der endgültigen Unterzeichnung steht noch nicht fest. Die Bundesregierung mißt dem Abkommen nach den Worten von Regierungssprecher Dieter Vogel große Bedeutung zu. Nach dem Vertrag werden zwar die Eigentumsforderungen der nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertriebenen Deutschen ausgeklammert, aber den in der CSFR lebenden Deutschstämmigen Minderheitenschutz nach den KSZE-Bestimmungen zugesichert. Die Vertreibung der Sudetendeutschen wird als „Gewaltakt“ bezeichnet.
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen