Nach den Unruhen in Schweden: Verfahren gegen Polizisten eingestellt
Im Mai erschoss ein Polizist einen Einwanderer und löste heftige Proteste gegen Rassismus aus. Nun hat die Staatsanwalt festgestellt, es sei Notwehr gewesen.
Bild: reuters
STOCKHOLM dpa | Nach den schweren Unruhen in Schweden hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch das Ermittlungsverfahren gegen einen Polizisten wegen Totschlags eingestellt. Der Mann hatte im Mai im Stockholmer Vorort Husby einen 69 Jahre alten Einwanderer erschossen.
Anwohner hatten einen rassistischen Hintergrund vermutet und sich tagelang Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Staatsanwaltschaft in Stockholm kam zu dem Schluss, dass der Polizist in Notwehr gehandelt hatte.
Die Polizei war gerufen worden, weil der 69-Jährige auf seinem Balkon stand und mit einem Messer fuchtelte. Nach vergeblichen Versuchen, mit ihm zu sprechen, brach sie schließlich seine Wohnungstür auf. Der Portugiese stand mit seiner Frau im Wohnzimmer und weigerte sich, das Messer mit der 20 Zentimeter langen Klinge fallen zu lassen. Als er auf einen Polizisten zu trat und das Messer hob, wurde er erschossen.
Der Fall hatte in Husby und später auch in anderen Regionen mit einem hohen Migrantenanteil zu massiven Ausschreitungen geführt. Feuerwehr und Polizei wurden mit Steinen beworfen, Autos angezündet und Polizeiwachen in Brand gesetzt.
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